{"id":145,"date":"2024-11-07T16:18:09","date_gmt":"2024-11-07T15:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/antikriegkoeln.noblogs.org\/?p=145"},"modified":"2025-06-30T00:36:12","modified_gmt":"2025-06-29T22:36:12","slug":"freiheit-fuer-oecalan-die-revolutionaere-perspektive-verteidigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antikriegkoeln.noblogs.org\/?p=145","title":{"rendered":"Freiheit f\u00fcr \u00d6calan &#8211; Die revolution\u00e4re Perspektive verteidigen!"},"content":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen den Aufruf von Perspektive Kommunismus, der Interventionistischen Linken und den internationalistischen Jugendkommunen zur Gro\u00dfdemonstration a m 16. November in K\u00f6ln.<\/p>\n<p>Hier der Aufruf:<\/p>\n<div class=\"h-blog-title style-311 style-local-4215-m8 position-relative h-element\" data-colibri-id=\"4215-m8\">\n<div class=\"h-global-transition-all\">\n<h4 class=\"colibri-word-wrap\">Demo in K\u00f6ln: Freiheit f\u00fcr \u00d6calan \u2013 Die revolution\u00e4re Perspektive verteidigen!<\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"style-78 style-local-4215-m10 position-relative h-element\" data-colibri-id=\"4215-m10\">\n<div class=\"colibri-post-content h-global-transition-all\">\n<p>Am Samstag, den 16. November mobilisieren kurdische Verb\u00e4nde und zahlreiche linke Organisationen in K\u00f6ln zu einer Gro\u00dfdemonstration f\u00fcr die Freiheit des seit \u00fcber 25 Jahren inhaftierten kurdischen Revolution\u00e4rs Abdullah \u00d6calan. Zusammen mit der Interventionistischen Linken und den Internationalistischen Jugendkommunen haben wir einen Aufruf zum Internationalistischen Block auf der Demo verfasst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mobilisierung ist vor dem aktuellen Hintergrund des versch\u00e4rften Kriegs der T\u00fcrkei gegen die kurdische Befreiungsbewegung und Zivilbev\u00f6lkerung in Rojava und in S\u00fcdkurdistan ein wichtiges Signal internationaler, revolution\u00e4rer Solidarit\u00e4t. Mit dem Block wollen wir insbesondere die deutsche Waffenbruderschaft mit dem Erdogan-Regime in den Fokus nehmen und die Notwendigkeit eines praktischen internationalen Kampfes hier vor Ort betonen.<\/p>\n<p><em>Hier der gemeinsame Aufruf:<\/em><\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Abdullah \u00d6calan<br \/>\nDie revolution\u00e4re Perspektive verteidigen<\/p>\n<p>Vor \u00fcber 25 Jahren, am 15. Februar 1999, wurde der revolution\u00e4re kurdische Vordenker und Vorsitzende der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah \u00d6calan, durch die Zusammenarbeit verschiedener Geheimdienste in Nairobi festgenommen. Die Festnahme hatte zum Ziel, dem Kampf der Kurd:innen um Selbstverwaltung und Sozialismus, gegen die Vorherrschaft der T\u00fcrkei und gegen die Interessen imperialistischer M\u00e4chte aus dem NATO-Lager in der Region, einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Diese internationale Zusammenarbeit der Repressionsorgane setzt sich bis heute in der Verfolgung kurdischer und t\u00fcrkischer Linker in NATO- und EU-Staaten fort. So wurde die PKK in Deutschland 1993 verboten und 2002 von der EU als Terrororganisation eingestuft.<\/p>\n<p>In Deutschland werden vermeintliche Mitglieder der Organisation mit dem Paragraphen 129b (Mitgliedschaft\/Unterst\u00fctzung einer ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigung), der vor allem gegen Linke eingesetzt wird, verfolgt und f\u00fcr Jahre hinter Gitter gesteckt. Mit der Entwicklung des deutschen Staates hin zu noch mehr Abschiebung und Abschottung werden auch Kurd:innen massenhaft in die T\u00fcrkei abgeschoben und somit zu Betroffenen der rassistischen Ampel-Politik. Dass die PKK auch in Europa starker Verfolgung und Repression ausgesetzt ist, ist nicht nur ein Zugest\u00e4ndnis an die T\u00fcrkei. Es liegt daran, dass sie eine vitale revolution\u00e4re Kraft ist, die seit Jahrzehnten zeigt, dass es m\u00f6glich ist, gegen einen hochger\u00fcsteten NATO-Staat und seine Verb\u00fcndeten Widerstand zu organisieren und ein eigenes antikapitalistisches Projekt im Mittleren Osten zu verfolgen. Das steht allen<br \/>\nlangfristigen Interessen der EU- und NATO-Staaten in der Region entgegen.<\/p>\n<p>Der Versuch, die Kurdische Freiheitsbewegung Ende der 90er Jahre mit der Inhaftierung \u00d6calans zu zerschlagen, reiht sich in den Versuch der Herrschenden ein, alle Hoffnungen und Bestrebungen f\u00fcr eine tats\u00e4chliche Alternative zum kapitalistischen System zu vernichten, wie es mit so vielen revolution\u00e4ren Bewegungen im Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Blocks gemacht wurde. Mit der Festnahme Abdullah \u00d6calans und der seit \u00fcber einem Vierteljahrhundert andauernden Einzelhaft und Isolation, sollte der Kurdischen Freiheitsbewegung ihre F\u00fchrung und einer ihrer wichtigsten Denker genommen werden.<\/p>\n<p>Seit M\u00e4rz 2021, seit \u00fcber 43 Monaten, ist kein Lebenszeichen Abdullah \u00d6calans nach au\u00dfen gedrungen.\u00a0 Sowohl seinen Anw\u00e4lten als auch seiner Familie wird der Kontakt verwehrt. [Aktualisierung: am 24. Oktober konnte ein Neffe \u00d6calans, der Abgeordneter der linken DEM-Partei ist, ihn auf der Gef\u00e4ngnisinsel Imrali besuchen.] Selbst die Beschl\u00fcsse internationaler Organisationen, die sich erst durch anhaltenden \u00f6ffentlichen Druck zu dem Fall \u00e4u\u00dferten, werden von der T\u00fcrkei ignoriert \u2013 ebenso von Deutschland, das sich sonst so gerne als \u201emenschenrechtsbewegt\u201c verkauft.<\/p>\n<p>Die Festnahme \u00d6calans brachte den revolution\u00e4ren Prozess in Kurdistan allerdings nicht zum Erliegen: Das zeigen die Revolution seit 2012 in Rojava (Nordostsyrien), die von Beginn an auch eine Frauenrevolution war, der erfolgreiche Kampf gegen den IS sowie der professionalisierte Guerillakampf in den kurdischen Bergen gegen die t\u00fcrkische Armee. Nicht zuletzt zeigt es sich in der 40-j\u00e4hrigen Kontinuit\u00e4t und der tiefen gesellschaftlichen<br \/>\nVerankerung der Bewegung in der Region und innerhalb der kurdischen Gesellschaft weltweit. Diese konkreten revolution\u00e4ren Erfahrungen sind gerade in Zeiten von Hoffnungslosigkeit und reaktion\u00e4rem Rollback besonders wertvoll. Sie gilt es zu verteidigen und sie stehen im Vordergrund, wenn wir uns zusammen f\u00fcr die Freiheit \u00d6calans einsetzen.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung seine weltanschaulichen Lehren f\u00fcr revolution\u00e4re Politik hierzulande haben, bewerten wir unterschiedlich. Einig sind wir uns aber darin, dass seine Gefangennahme eine Antwort der Herrschenden auf einen eindrucksvollen Kampf f\u00fcr eine befreite Gesellschaft jenseits des Kapitalismus ist, und dass eine breite internationale Solidarit\u00e4t unsere st\u00e4rkste und wichtigste Waffe gegen derartige Repressionsschl\u00e4ge ist!<\/p>\n<p><strong>Internationale Solidarit\u00e4t aufbauen: Der Hauptfeind steht im eigenen Land!<\/strong><\/p>\n<p>Die Lage in Kurdistan ist angespannt: Die T\u00fcrkei weitete ihre Angriffe in den letzten Monaten vor allem auf die Guerillagebiete in S\u00fcdkurdistan aus. Das liegt auch daran, dass die Intensivierung des Krieges gegen die PKK aus einer gewissen Notlage resultiert. Das Erdo\u011fan-Regime hat mit einer starken wirtschaftlichen Krise zu k\u00e4mpfen. Die Inflation betr\u00e4gt knapp 50% und die b\u00fcrgerliche Opposition ist am Erstarken. Der Krieg wird nun erneut dazu genutzt, die Krisensymptome in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen und eine nationale Einheit zu beschw\u00f6ren. Doch wie h\u00e4ngt das mit Deutschland zusammen?<\/p>\n<p>F\u00fcr die eigenen imperialistischen Interessen mischt Deutschland seit \u00fcber einem Jahrhundert bei den Kriegen im Nahen und Mittleren Osten mit und etablierte ein enges Verh\u00e4ltnis zur T\u00fcrkei. Bis heute ist das deutsche Kapital der wichtigste Handelspartner der T\u00fcrkei. Auch wenn die T\u00fcrkei in den letzten Jahren stark in ihre eigene R\u00fcstungsindustrie investierte und so etwa eine Drohnenproduktion von internationaler Bedeutung aufbaute, rollen weiterhin deutsche Panzer von Rheinmetall durch Kurdistan. Auch andere R\u00fcstungskonzerne, wie beispielsweise Thyssenkrupp, exportieren R\u00fcstungsg\u00fcter in die T\u00fcrkei. Erst Anfang Oktober wurden neuerliche Waffenlieferungen in H\u00f6he von 250 Millionen Euro bekannt. Eine Lieferung von Eurofighter-Kampfjets an Ankara zum Preis von \u00fcber 5 Milliarden soll zur Diskussion stehen.<\/p>\n<p>Aber es sind auch l\u00e4ngerfristige wirtschaftliche Interessen, die das Verh\u00e4ltnis zwischen Deutschland und der T\u00fcrkei bestimmen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die \u201eIraq Development Road\u201c. Das Projekt soll den im Bau befindlichen Hafen von Al-Faw im S\u00fcdirak mit der T\u00fcrkei verbinden und weiter bis nach Europa reichen. Es ist eines von aktuell mehreren konkurrierenden Projekten, die neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Handel zwischen Asien und Europa schaffen sollen \u2013 in diesem Fall mit der T\u00fcrkei im Mittelpunkt. Die politische Bedeutung des Projekts f\u00fcr die T\u00fcrkei ist nicht zu untersch\u00e4tzen: Es w\u00fcrde die PKK-<br \/>\nGuerillagebiete im Irak vom S\u00fcden her einschlie\u00dfen und auch f\u00fcr das Bestreben der Erdo\u011fan-Regierung, die PKK im Norden des Iraks vollst\u00e4ndig zu zerst\u00f6ren, eine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Die Kriminalisierung fortschrittlicher, vor allem antifaschistischer Kr\u00e4fte, nimmt auch in Deutschland zu, wie zuletzt die Festnahme und Auslieferung Majas zeigte. F\u00fcr uns gilt es daher, gemeinsam und internationalistisch, f\u00fcr die Freiheit aller politischen Gefangenen, in Deutschland und in Kurdistan, auf die Stra\u00dfe zu gehen. Gerade jetzt, in Zeiten, in denen Militarisierung und Krieg auch hierzulande rasant von den Herrschenden vorangetrieben<br \/>\nwerden, ist der revolution\u00e4re Kampf der Kurdischen Freiheitsbewegung ein wichtiger Bezugspunkt f\u00fcr uns. Er zeigt, dass ein Kampf gegen Krieg und Kapital nicht nur notwendig, sondern auch machbar und schon jetzt Teil der Realit\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Kommt mit uns in den Internationalistischen Block bei der zentralen Demonstration zur Solidarit\u00e4t mit der Kurdischen Freiheitsbewegung und f\u00fcr die Freiheit Abdullah \u00d6calans!<\/p>\n<p>Samstag, 16. November 2024 | 11 Uhr | Deutzer Werft \u2013 K\u00f6ln<\/p>\n<p><strong>Hoch die Internationale Solidarit\u00e4t!<\/strong><br \/>\n<strong>Kampf dem deutschen Imperialismus!<\/strong><br \/>\n<strong>Freiheit f\u00fcr Abdullah \u00d6calan!<\/strong><br \/>\n<strong>Es lebe die Revolution in Kurdistan!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen den Aufruf von Perspektive Kommunismus, der Interventionistischen Linken und den internationalistischen Jugendkommunen zur Gro\u00dfdemonstration a m 16. November in K\u00f6ln. 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